Raiba blickt auf gutes Geschäftsjahr

Einlagen- und Kreditvolumen gestiegen - Verändertes Kundenverhalten spürbar

Trotz der Niedrigzinspolitik und schwieriger werdender Rahmenbedingungen verweist die Raiffeisenbank Ravensburg eG auf ein gutes Geschäftsjahr 2015. Auf der ersten Vertreterversammlung im neuen Ravensburger Hauptgebäude legte der Vorstand in dieser Woche vor den Mitgliedern Rechenschaft ab.
In Zeiten von niedrigen Zinsen sind die Kunden konsumfreudiger und geben ihr Geld gern aus - da darf es auch schon mal ein Kredit sein. Davon profitiert die Raiffeisenbank: Um 5,4 Prozent stieg das Kreditvolumen. Einen noch etwas größeren Zuwachs verzeichnet das Institut mit seinen dreizehn Filialen zwischen Waldburg und Horgenzell jedoch bei den Kundeneinlagen. Diese stiegen um fast 5,8 Prozent. Die knapp 13.200 Kunden legen ihr Geld also durchaus auch auf die hohe Kante.

Raiba Ravensburg wächst

Beide Zuwächse führten zu einem soliden Wachstum: "Die Bilanzsumme unserer Bank betrug zum Jahresende 2015 533 Millionen Euro", erklärte Vorstandssprecher Arnold Miller. "Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs von 5,7 Prozent", ergänzte sein Vorstandskollege Rainer Widemann. "Diese erfreuliche Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns in einer Umbruchphase befinden", so Widemann weiter. Derzeit ändere sich das Kundenverhalten weg vom persönlichen Gang zum Schalter, hin zum Online-Banking. So sei die Online-Quote 2015 ein weiteres Mal angestiegen, auf nun mehr 62,2 Prozent. "Das bekommen vor allem unsere Filialen zu spüren. Zeitweise sind nahezu keine Kunden dort, sodass wir künftig unsere Öffnungszeiten diesem Verhalten anpassen werden", berichtet Widemann. Filialschließungen und betriebsbedingte Kündigungen solle es allerdings in absehbarer Zeit nicht geben.
Kosten muss der Vorstand dennoch einsparen, darüber dürfte auch nicht das überdurchschnittlich gute Betriebsergebnis hinwegtäuschen. Vorstandsprecher Arnold Miller warb deshalb um Verständnis, dass in Zukunft Entscheidungen getroffen werden müssten, die den Kunden und Mitarbeitern nicht gefallen dürften, etwa im Hinblick auf Kontoführungsgebühren. Von dem immerhin 18 Millionen Euro teuren Neubau in Ravensburg verspricht sich die Raiffeisenbank außerdem Effizienzvorteile durch die Zentralisierung aller Verwaltungseinheiten.
Freuen dürfen sich die Genossenschafter erst einmal über die Ausschüttung aus dem Jahresüberschuss von 1,6 Millionen Euro. Die Vertreterversammlung stimmte dem Vorschlag des Vorstandes zu, eine Dividende von 5,5 Prozent auszuschütten. Aufsichtsratschef Helmut Grieb betonte, dass die Raiffeisenbank auch künftigen Herausforderungen wie der Digitalisierung und zunehmender politischer Regulatorik gewappnet sei. Der Weitblick, den die Banker neuerdings von der Dachterrasse ihres Gebäudes genießen dürfen, solle dafür ein gutes Omen sein.