Volksbank Weingarten und Raiffeisenbank Ravensburg fusionieren

Genossenschaftsbanken wollen Häuser zusammenlegen - Details werden erst in anderthalb Wochen bekannt gegeben

Ravensburg/Weingarten - Die Volksbank Weingarten und die Raiffeisenbank Ravensburg werden offenbar fusionieren. Das geht aus einer Ankündigung der Volksbank Weingarten hervor. Weitere Details nennen beide Genossenschaftsbanken nicht und verweisen auf eine Pressekonferenz in anderthalb Wochen, am Montag, 20. Februar.

Mit dem Zusammenschluss beider Häuser vollziehen Volksbank Weingarten und Raiffeisenbank Ravensburg einen Schritt, den viele lange kommen sahen. Zuletzt hatte das Weingartener Kreditinstitut im Dezember 2015 seine Verwaltung in den Neubau der Raiffeisenbank Ravensburg verlagert. Damals hatten Vorstände beider Banken eine Fusion noch dementiert, wenn auch nicht ausgeschlossen. Seit Januar 2016 arbeiten nun schon Mitarbeiter der Weingartener Volksbank mit ihrer Hauptstelle in der dortigen Kirchstraße im neuen Hauptgebäude der Raiffeisenbank an der Ecke Georgstraße/Meersburger Straße in Ravensburg.

Bisherige Dementis

"Wir stehen nicht in Fusionsverhandlungen. Dazu wird es sicher auch nicht 2016 oder 2017 kommen. Aber wer die Landkarte lesen kann, wird sich seine eigenen Gedanken zu diesem Thema machen", hatte die "Schwäbische Zeitung" noch im April 2015 Arnold Miller zitiert, Vorstandssprecher der Ravensburger Genossenschaftsbank. Und auch Wilfried Deyle, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Weingarten, hatte eine schnelle Fusion auf Nachfrage immer wieder bestritten.

Nun also die Kehrtwende schon zu Beginn des Jahres 2017: Die Entwicklung im Bankensektor hat beide Häuser offenbar schon früher dazu bewogen, sich mit einer Zusammenlegung zu beschäftigen. Bislang war die Fusion von Vorstandsmitgliedern beider Banken lediglich als mögliches strategisches Fernziel definiert worden. Als zu Beginn 2015 der frühere Weingartener Volksbank- Vorstand Wolfgang F. Stolhofer in den Ruhestand ging, bezeichnete er eine Fusion als wünschenswert. "Diese sinnvolle Verschmelzung muss aber so ablaufen, dass die Weingartener Volksbank eine gewisse Eigenständigkeit behält", beteuerte Stolhofer damals, in Übereinstimmung mit Co-Vorstand Deyle und seinem Nachfolger Michael Buck.

Vorstände beider Häuser hatten immer wieder betont, "Synergien nutzen" und sich auf "Veränderungen in der Bankenlandschaft optimal einstellen" zu wollen. Hauptgrund: "Wenn sich die Zinslandschaft bis 2020 nicht ändert, kommen wir in eine gewisse Drucksituation", hatte Wilfried Deyle erklärt. Die Vorstände von Volks- und Raiffeisenbank erwarten künftig höhere "Belastungen der Ertragssituationen aller genossenschaftlichen Banken". Die Volksbank Weingarten hatte 2016 ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert, die Raiffeisenbank Ravensburg zu Beginn 2016 ihren Neubau vollends bezogen. Die Verantwortlichen auf beiden Seiten waren am Dienstag nicht für Stellungnahmen zu erreichen. Am 20. Februar sollen im erwähnten Pressegespräch Details bekannt gegeben werden.