Manne Lucha zu Besuch

Landes-Sozialminister Manne Lucha hat die Raiffeisenbank Ravensburg besucht

Eigentlich war er schon zur offiziellen Einweihung des imposanten Neubaus geladen, aber da steckte der Grüne gerade in Koalitionsverhandlungen. „Als Sozialminister bin ich hier richtig: Ökonomie und soziale Stabilität gehören zusammen“, meinte ein gut gelaunter Manne Lucha beim Morgentermin in der Raiba. Vorstandsprecher Arnold Miller nutzte den Besichtigungsbesuch gleich, um dem Minister einiges mit auf den Weg nach Stuttgart zu geben: „Wen sollen wir eigentlich noch wählen? Jeder Politiker, dem wir unsere Bedenken gegenüber der EZB Politik erklären, meint, er könne da auch nichts machen!“ Er fürchte sich vor dem Tag, an dem die regionalen Sparkassen und Genossenschaftsbanken einen Brief bekämen mit der Aufforderung, zu schließen. „Die EZB macht uns seit 2008 mit ihren Regularien das Leben zur Hölle. Da muss Merkel mal auf den Tisch hauen, dass die Gläser wackeln“, so Miller recht deutlich. Manne Lucha konnte da nur sein Bekenntnis zu einem Europa der Regionen erneuern, das schon immer ein grünes Anliegen gewesen sei. Und versichern, dass Winfried Kretschmann die Sorgen der regionalen Banken gut verstehe. Ob er diese Sorgen auch nach Berlin transportiere, hakte Miller nach. „Sie können mir glauben, die Achse Merkel-Kretschmann ist stärker als man glaubt“, so der Sozialminister. Raiba-Vorstand Arnold Miller meint, die kleinen Banken müssten täglich ihre Stimme erheben, damit die EU das deutsche Bankensystem überhaupt verstehe. Und konnte sich einen Stich gegen den Bundesfinanzminister nicht verkneifen. „Das Geld unserer Sparer nimmt Schäuble mit.“ Der habe dank der Niedrigzinspolitik seit 2008 viele Milliarden Euro Zinsen gespart. Angesichts dieser geballten Argumente war sogar ein Manne Lucha kurz sprachlos. Versprach aber, die Anliegen der regionalen Banken in Stuttgart zu vermitteln.