Wachsendes Kreditgeschäft bei der Raiba

Dank Wachstum Dividende von 5,5 Prozent für Mitglieder der Raiffeisenbank Ravensburg

Die Raiffeisenbank Ravensburg eG ist mit ihrem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden. Auch wenn der Bau und Bezug des neuen Verwaltungssitzes in der Bahnstadt ein großer Kraftakt gewesen sind, konnten sich die bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag vorgestellten Zahlen sehen lassen. Das Kreditgeschäft der Raiffeisenbank wuchs 2015 um 4,8 Prozent auf ein Volumen von 374 Millionen Euro, wie der zuständige Vorstand Rainer Widemann ausführte.

Eine Voraussetzung hierfür sind Kundeneinlagen von addiert 401 Millionen Euro, und diese haben sich sogar um 5,8 Prozentpunkte verbessert - so Vorstandssprecher Arnold Miller, der auch den Bereich Einlagen betreut. Diese Zahlen korrespondieren auch mit dem Jahresabschluss, in welchen die Genossenschaftsbank mit ihren 128 Mitarbeitern im vergangenen Jahr auch einige möglicherweise kritische Kredit-Engagements sozusagen vorweggenommen hineingepackt hat.

Und dennoch weist die mit einem soliden Eigenkapital ausgestattete Bank ein überdurch-schnittliches Aufwand-Ertrags-Verhältnis (CIR) von 63 Prozent aus. Auf dieser Basis möchte der Vorstand den 13.300 Mitgliedern - sofern die Vertreterversammlung zustimmt - eine Dividende von 5,5 Prozent auf ihre Einlage überweisen.

Diese Zahlen verdecken beinahe, dass die Raiffeisenbank - wie alle Kreditinstitute - derzeit zwei sehr problematischen Trends gegenübersteht: Einerseits das anhaltend niedrige Zinsniveau, das die Ergebnisse branchenweit zunehmend belastet. Darüber hinaus gibt es immer mehr bürokratische Anforderungen, insbesondere bei der Dokumentation von Beratungsgesprächen, die gerade regionale Häuser belasten.

Auf diesen Punkt hat Vorstand Bernd Obrist hingewiesen und dabei ergänzt, dass es ja nicht die regionalen Kreditinstitute waren, die für die Finanzmarktkrise verantwortlich gewesen wären. Vor diesem Hintergrund sind die drei Vorstandsmitglieder erfreut, dass die Kunden mit den Leistungen der Raiffeisenbank zufrieden sind und diese auch weiterempfehlen möchten. Dies sei das Ergebnis einer extern durchgeführten Befragung (online und telefonisch) mit einer Zufriedenheitsrate von 93 Prozent. "Die Stärke in der Beratung vor Ort" verstehen die Vorstände daher auch als entscheidendes Plus.

Auf dieser Basis sieht sich die Bank in ihrer Kunden-Strategie bestätigt. Bei Privatkunden - sie repräsentieren zwei Drittel des Geschäfts - stehen die Vermittlung von Wohnbaukrediten sowie die Beratung für eine möglichst breite Anlagen-Struktur im Vordergrund. Dabei gehe es vermehrt um "anspruchsvolle und langfristige Produkte" aus dem genossenschaftlichen  Verbund. Eine aktuell eingeführte Innovation für die Online-Abwicklung von Einkäufen stelle das neue System "Paydirekt" dar.

Mit dem Bezug der neuen Hauptverwaltung direkt an der Eisenbahnbrücke sieht sich die Raiffeisenbank Ravensburg eG langfristig strategisch aufgestellt. Dorthin sind nun sämtliche Stabsfunktionen gezogen und auch der Sitz des Firmenkundengeschäfts befindet sich nun dort.

13 Filialen für Privatkunden

Gerade in diesem Segment sehen die drei Vorstände Wachstumspotenziale, zumal das Institut nun deutlich im wirtschaftlichen Zentrum der Region sichtbar ist. Die Privatkunden betreut die Raiffeisenbank vor Ort über die Berater in 13 Filialen von Amtzell bis Wolpertswende und Horgenzell bis Bergatreute.

Am neuen Verwaltungssitz gibt es noch einen weiteren Partner als Mieter, und zwar die Volksbank Weingarten. Ungeachtet der weiter zunehmenden Zusammenarbeit beider Institute gibt es derzeit keine Fusionsgespräche - so die Vorstandsmitglieder. Für die kommenden Jahre sei dies aber nicht auszuschließen, zumal solche Verschmelzungen auf genossenschaftlicher Ebene einen Trend darstellen würden. Mit der für die Ravensburger Kernstadt zuständigen Niederlassung der Volksbank Ulm-Biberach am Marienplatz gebe es hingegen keine direkten Verbindungen.

Immerhin ist die Raiffeisenbank Ravensburg eG 2012 selbst aus einer Verschmelzung hervorgegangen. Der eine Partner war die Raiffeisenbank Vorallgäu mit Sitz in Bodnegg. Letztere ist im Jahr 2000 ihrerseits aus der Fusion mehrerer Raiffeisenbanken hervorgegangen. Und der andere Partner von 2012 war die "alte" Raiffeisenbank Ravensburg eG mit Sitz in Horgenzell, die vornehmlich westlich der Schussen aktiv gewesen ist.

Dass sich der neue Verbund bewährt hat, zeigt sich auch am Wachstum der Bilanzsumme. Hatte diese 2012 noch addiert 460 Millionen Euro betragen, sind es 2015 bereits 530 Millionen Euro gewesen. Die Verbundenheit mit der Region bringen nach Angaben von Widemann, Miller und Obrist auch Spenden zum Ausdruck, allein 2015 hätten Vereine und Initiativen Gelder in der Summe von 40.000 Euro erhalten.